Bunte Schmetterlinge fliegen die Hauswand hinauf, filigrane Bäume wachsen an der Fassade in den Himmel hinein, ein rotes Pferd springt zwischen Birkenstämmen umher – die auffälligen Fassaden in der ostwestfälischen Stadt Espelkamp sind inzwischen zu ihrem Markenzeichen geworden. Sogar bei den touristischen Stadtrundgängen sind sie ein Thema.

Die ungewöhnliche Fassadengestaltung geht auf die Aufbaugemeinschaft Espelkamp GmbH zurück, dem größten Wohnungsanbieter vor Ort. Konzeptionell inspiriert von stolp+friends,begann die Wohnungsgesellschaft 2006 damit, die Fassaden ihrer Gebäude nach der Sanierung farbenfroher zu gestalten. Die Häuser sollten sich positiv von der meist monotonen Architektur ihrer Umgebung abheben. Gemäß dem von stolp+friends entwickelten Grundkonzept „Wir lassen Fassaden sprechen“ wurden im Laufe der Zeit zahlreiche regionale Künstler und Designer mit der Gestaltung beauftragt. Den Anfang machte der damalige Netzwerkpartner von stolp+friends, Friedrich Ernst von Garnier, Künstler, Farbphilosoph und Begründer der „Organischen Farbigkeit“. Mittlerweile ließ die Aufbaugemeinschaft etwa 50 ihrer Gebäude auf unterschiedliche Weise kreativ verschönern.

Die farbigen Fassaden lassen die Gebäude freundlicher wirken und schaffen ein identitätsstiftendes Wohnumfeld, in dem sich die Menschen wohler fühlen. Aber auch die Aufbaugemeinschaft profitiert: Die bunten Akzente sind zum Alleinstellungsmerkmal des Wohnungsunternehmens geworden, die für eine hohe positive Aufmerksamkeit sorgen und zur Imageförderung beitragen.

Die mutige Fassadengestaltung wirkt sich auf ganz Espelkamp aus. Bis vor wenigen Jahren war die Stadt von Abwanderung bedroht, die starke Heterogenität der Bevölkerung führte zu sozialen Spannungen und teilweise zur Stigmatisierung einzelner Quartiere. Inzwischen hat sich die Bevölkerungsstruktur stabilisiert und in der „Außenwahrnehmung ist eine positive Trendwende eingetreten“, so die Stadt, was auch auf die „Umgestaltungsmaßnahmen in den und um die Wohnungsbestände der Aufbaugemeinschaft“ zurückführen sei.

Andere Wohnungsunternehmen haben das Marketing-Potenzial von Fassadenmalerei für sich und „ihre“ Stadt ebenfalls erkannt. Die LebensRäume Hoyerswerda eG (LRH) zum Beispiel verfolgen mit ihrem aktuellen Neubauprojekt CocoonLiving die Aufwertung der strukturschwachen, von Abwanderung bedrohten Neustadt von Hoyerswerda. Die markante farbliche Gestaltung der beiden Wohngebäude signalisiert dem Betrachter, dass hier etwas Neues, Besonderes entsteht – und wertet sozusagen nebenbei die LRH als modernes, zukunftsweisendes Wohnungsunternehmen auf.

 

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